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21.03.2019

Terragon-Studie sieht Bedarf von 550.000 Service-Wohnungen

Der Projektentwickler Terragon hat detaillierte Zahlen zur Bedarfssituation des Service-Wohnens veröffentlicht. Auch die Investitionsbereitschaft der Seniorenhaushalte wurde untersucht.

Das Investitionspotenzial für das Segment Service Wohnen beziffert Terragon auf 64 Mrd. EUR. Ganz konkret verfügen 94 % aller Kommunen nicht über ausreichende Angebote für Service Wohnen-Apartments. "Die Mehrheit der Menschen will in der eigenen Wohnung bis ins Alter gepflegt werden. Und Millionen von Senioren können sich Service-Wohnen auch leisten", erklärt Dr. Michael Held, Vorstandsvorsitzender der Terragon AG.

Zu diesen Erkenntnissen kam Terragon gemeinsam mit dem Forschungsinstitut Empirica. Dabei wurden auch die die Höhe der Mieten, die für Seniorenhaushalte in Frage kommen, untersucht. Rund 20 % der Seniorenhaushalte kann ein monatliches Gesamtentgelt (Miete, Nebenkosten und Servicepauschale) von 2.500 EUR finanzieren. Dabei wurde jeweils vorausgesetzt, dass die Haushalte bereit sind, 50 % ihres monatlichen Budgets für die Miete auszugeben.

"Betrachtet man eine Miet- und Servicebelastung von 1.000 EUR pro Monat, dann ist es zunächst keine Überraschung, dass viele Seniorenhaushalte in den Landkreisen Starnberg (83 %) und München (80 %) eine entsprechende Zahlungsfähigkeit aufweisen. Wer aber hat in diesem Zusammenhang beispielsweise Aachen (85 %) als einen der Spitzenreiter auf dem Schirm?", fragt Dr. Walter Zorn, Head of Research bei Terragon.

Bei einem Blick auf die 30 größten Städte in Deutschland zeigt sich, dass Frankfurt am Main und Leipzig im Segment Service-Wohnen am besten versorgt sind. In Mönchengladbach dagegen kristallisiert sich mit 0,5 % das niedrigste Angebot heraus: Nur eine einzige Wohnung steht für 200 Senioren zur Verfügung. Die Top-5-Städte bei Betreutem Wohnen je 100 Einwohner (65+) sind Frankfurt am Main (7,7 %), Leipzig (7,6 %), Stuttgart (5,1 %), Hamburg (4,8 %) und Hannover (4,6 %).

Die Bundeshauptstadt Berlin liegt mit 3,6 % auf dem 12. Platz. Duisburg (0,9 %), Gelsenkirchen (0,7 %) und Mönchengladbach (0,5 %) rangieren auf den letzten Plätzen. Die durchschnittliche Versorgung mit Betreutem Wohnen in den Top-30-Städten liegt bei 3,3 %.

In Gemeinden mit mehr als 500.000 Einwohnern ist die Versorgungslage mit einem Anteil von rund vier betreuten Wohneinrichtungen pro 100 Senioren im Alter von über 65 Jahren mit Abstand am besten. In Gemeinden mit unter 20.000 Einwohnern sinkt der Versorgungsgrad auf knapp 1,3 %. Es gibt jedoch auch Ausnahmen, denn zu der Gemeindeklasse mit unter 20.000 Einwohnern gehören überraschenderweise sowohl die best- als auch die schlechtversorgtesten Gemeinden und Städte in Deutschland.

"Die Nachfrage ist gigantisch, und wir wollen mehr aktive Projektentwickler und mehr Investitionen sehen. Der Markt in Deutschland bietet im Vergleich mit anderen Ländern noch sehr viel Entwicklungspotenzial", fasst Held die Untersuchungsergebnisse zusammen.


Quelle: CAR€ Invest, 21. März 2019