Marktinformationen-INP

Für Sie recherchiert

10.08.2018

Drei Projekte gegen den Pflegefachkräftemangel

Der Mangel an Pflegekräften trifft Senioreneinrichtungen besonders hart. Der Arbeitgeberverband Pflege steuert mit drei Vorschlägen dagegen.

Die gute Nachricht vorweg: Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Kräfte in der Altenpflege ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. "Zwischen 2013 und 2017 gab es einen Zuwachs um 21 % auf 561.000 Mitarbeiter", sagt Friedhelm Fiedler, Sprecher des Arbeitgeberverbandes Pflege (AGVP).

Trotzdem reiche die Zahl nicht aus, den Bedarf an zusätzlichen Kräften zu decken. "Manche großen Unternehmen investieren bereits nicht mehr in neue Projekte", warnt AGVP-Präsident Thomas Greiner. Schuld daran sei, neben hohen Grundstückpreisen in Ballungszentren, der Mangel an Fachkräften. Der Verband hat daher drei Vorschläge erarbeitet, mit denen zusätzliche Kräfte in den kommenden zwei Jahren zu aktivieren sind.

"Zum einen könnten in einem Pilotprojekt binnen zwei Jahren bis zu 15.000 ausländische Pflegekräfte qualifiziert werden", sagt AGVP-Geschäftsführerin Isabell Halletz. Dazu sei eine zentrale Koordinierungsstelle auf Bundesebene für die Sprachförderung, die Zertifizierung von Rekrutierungsagenturen und die schnelle Visa-Erteilung nötig. Der zweite Vorschlag des AGVP sieht eine gezielte Weiterqualifizierung von Pflegehilfskräften vor. Den Umfang der notwendigen Schulungen beziffert Halletz auf 188 Stunden. "Nach erfolgreicher Prüfung wären sie dann qualifiziert, behandlungspflegerische Leistungen durchzuführen." Als drittes Pilotprojekt schlägt der AGVP vor, bereits in der Altenpflege tätige Mitarbeiter wie Logopäden oder Physiotherapeuten auf die Fachkräftequote anzurechnen. "Damit hätten wir drei wichtige Hebel geschaffen, um die Besetzung der von der Politik ins Spiel gebrachten 13.000 Stellen zu ermöglichen", fasst AGVP-Präsident Greiner die Pilotprojekte zusammen.


Quelle: CAR€ Invest, 10. August 2018